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Priester zahlt Geld für Hochzeiten

Zu heiraten kostet selbst dann Geld, wenn man wirklich nur die allernötigsten Dinge kauft. Doch es geht auch anders. Wer sich zur Trauung ein wenig verdienen möchte, der sollte jetzt nach Norditalien fahren. Denn hier gibt es einen Priester namens Giancarlo Pirini, der seit Anfang des Jahres noch nicht ein Brautpaar trauen konnte. Seine Gemeinde ist mit 1000 Einwohnern einfach zu klein.

Aus diesem Grund griff der traufreudige Priester zu einer ganz einfachen Methode: Alle Paare, die sich bei ihm zum Ja-Wort entscheiden, erhalten von ihm 500 Euro Belohnung. Das reicht immerhin für ein einfaches Brautkleid oder den anschließenden Besuch im Restaurant, wenn die Gästeliste nicht allzu umfangreich ist. Genau für solche Zwecke ist das Geld auch gedacht. Die Zeitung „Il Resto del Carlino“ betont ausdrücklich, dass das Geld keine Kopfprämie sein soll, sondern als Beteiligung an den Kosten für die Hochzeit betrachtet werden sollte.

In Italien sind solche Maßnahmen offenbar bitter nötig, denn die Zahl der Eheschließungen sinkt mehr und mehr. 2010 fanden noch ganze 217.185 Hochzeiten statt – gut 13.000 weniger, als es noch 2009 waren. Etwa 63,1 % aller Paare heiraten in der Kirche, wobei es im Süden des Landes mehr kirchliche Trauungen gibt, als im Norden. Der Rest der Brautpaare beschränkt sich auf eine Hochzeit im Standesamt.

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