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Organisation und Ablauf der kirchlichen Hochzeit in der Schweiz

Muss der Pfarrer selbst gesucht werden, wenn die Hochzeit ausserhalb des Wohnorts statt findet? Wie viel kostet eine katholische Hochzeit? Darf während der Hochzeitsmesse ein Gedicht vorgetragen werden? Es gibt viele Fragen rund um die kirchliche Hochzeit. Reformierte und Katholische Kirche im Kanton Zürich hat uns interessante Fragen und die dazu passenden Antworten zur Verfügung gestellt.

  • Mein Partner ist katholisch, wir möchten aber reformiert heiraten – geht das?

Ja. Kirchenrechtliche Voraussetzung für die reformierte Trauung ist, dass die Braut oder der Bräutigam der reformierten Kirche angehören.
Wenn Sie ebenfalls katholisch sind, ist es kirchenrechtlich nicht möglich, reformiert zu heiraten. Wenn zwei Katholiken in der Kirche heiraten wollen, wird keine Formdispens erteilt, um vor einem ref. Seelsorger den Bund der Ehe zu schliessen.

Wenn Sie selbst reformiert sind, ist dies grundsätzlich möglich. Der zuständige Wohnpfarrer des katholischen Partners führt ein Ehegespräch, klärt die Situation ab und wenn die Trauung möglich ist, füllt er die notwendigen Formulare aus.

  • Mein Partner ist reformiert, wir möchten aber katholisch heiraten – geht das?

Grundsätzlich ist dies möglich. Der zuständige Wohnpfarrer des katholischen Partners führt ein Ehegespräch, klärt die Situation ab, und wenn der kirchlichen Trauung nichts im Wege steht, füllt er die notwendigen Formulare aus.

  • Was ist eine ökumenische Trauung?

Ein reformierter Pfarrer gestaltet den Gottesdienst zusammen mit einer von der katholischen Kirche autorisierten Person.
Genau genommen gibt es keine ökumenischen Trauungen. Was mit diesem Begriff gemeint ist, sind ökumenische Gottesdienste, in denen eine Trauung stattfindet und sowohl der reformierte als auch der katholische Seelsorger mitwirken. Allerdings kann nur entweder der reformierte (nach vorgängiger Formdispens) oder der katholische Seelsorger das Ja-Wort entgegennehmen. Dies entscheidet letztlich darüber, ob es sich dann – ganz genau genommen – um eine reformierte oder eine katholische Trauung handelt.

  • Wir wohnen in A., möchten aber in Z. heiraten – müssen wir den Pfarrer selber suchen?

Die Landeskirchen empfehlen, sich in der Kirche des Wohnortes vom Ortspfarrer trauen zu lassen. Wer das nicht kann oder will, muss sich zu einem möglichst frühen Zeitpunkt überlegen, welche Pfarrerin die Trauung gestalten soll. Der Ortspfarrer ist bei der Suche behilflich.
Die zukünftigen Ehepartner führen das Ehegespräch mit dem Pfarrer in A und mit diesem können Sie Ihr Anliegen besprechen.

Den Priester, der die Trauung vornehmen soll, kann das Brautpaar in der Regel selbst wählen; ebenso die Kirche, in der die Trauung stattfinden soll. Verpflichtet ist dazu allerdings nur der Pfarrer in der Pfarrkirche der Wohnortspfarrei.

  • Dürfen wir uns in einer Waldlichtung (auf dem Jungfraujoch, hinter einer keltischen Kultstätte etc.) kirchlich trauen lassen?

Die kirchliche Trauung ist ein Gottesdienst und hat als solcher in einer Kirche oder in kirchlichen Räumen stattzufinden. Ausnahmen sind grundsätzlich möglich (es spricht nichts dagegen, sich im Saal eines Restaurants oder eines Tagungszentrums trauen zu lassen); unverzichtbar für die Wahl des Ortes jedoch ist, dass die Würde des Anlasses gewährleistet werden kann.

Die Trauung findet im Normalfall in einer kath. Kirche oder Kapelle statt. Andere Orte wie z.B. im Freien, auf Schiffen usw. sind prinzipiell für eine religiöse Feier nicht angebracht. In begründeten Ausnahmefällen kann das Ordinariat um Erlaubnis angefragt werden.

  • Wie viel kostet eine kirchliche Trauung?

Die Ortspfarrerin gestaltet den Hochzeitsgottesdienst im Rahmen ihrer Anstellung als Gemeindepfarrerin, daraus entstehen für das Brautpaar keine Kosten. Bei einer Trauung, die nicht am Wohnort des Brautpaares stattfindet, werden dem Brautpaar gelegentlich die Kosten für die Benützung der Infrastruktur in Rechnung gestellt. Der Kirchenrat des Kantons Zürich lehnt eine solche Praxis ab.

Wenn Sie in der Pfarrei Ihres Wohnortes heiraten, stehen Ihnen die Kirche, ein Organist, ein Sakristan und der Priester oder Diakon zur Verfügung. Falls Sie auswärts heiraten, kann es sein, dass für die Kirche eine Miete bezahlt werden und der Organist, der Sakristan, ev. auch der Priester oder Diakon entlöhnt werden müssen.

  • Darf der Patenonkel der Braut im Gottesdienst ein Gedicht vortragen?

Ja. Der Hochzeitsgottesdienst soll unverwechselbar sein und sowohl Erfahrungen, Lebensbezüge und Wünsche des Brautpaares reflektieren wie auch die befreiende Botschaft des Evangeliums zur Sprache bringen.

  • Müssen wir zuvor auf dem Standesamt heiraten?

Ja. Die kirchliche Trauung darf erst nach der Ziviltrauung stattfinden.

  • Dürfen im Gottesdienst auch moderne Lieder gesungen werden?

Ja. Musik und Lieder müssen dem Rahmen eines Gottesdienstes entsprechen und stilistisch einheitlich sein.

Die Lieder, die im Trauungsgottesdienst gesungen werden, sollen einen Bezug zu dieser besonderen Feier haben und der Gottesdienstgemeinschaft bekannt sein, damit sie mitsingen kann. Wenn diese beiden Bedingungen erfüllt sind, steht der Wahl von modernen Liedern nichts im Wege.

  • Uns liegt die Bibel nicht sehr am Herzen; können Sie stattdessen ein Gedicht von Hermann Hesse (Erich Fried, Khalil Gibran etc.) vorlesen?

Die kirchliche Trauung ist ein Gottesdienst, die Lesung biblischer Texte stellt einen unverzichtbaren Teil desselben dar. Diese jedoch werden in Beziehung gebracht zu den Erfahrungen und Lebensbezügen des Brautpaares. Deshalb ist es möglich, dass sowohl biblische wie auch literarische Texte im Gottesdienst zur Sprache kommen.

Ein Gedicht oder auch ein  passender Prosatext kann in einem Trauungsgottesdienst durchaus seinen Platz haben. Da es sich jedoch bei einer kirchlichen Trauung um eine christliche Feier handelt und der christliche Glauben sein erstes Fundament in der Bibel hat, ist ein Text aus der Heiligen Schrift wesentlicher Bestandteil der Feier. Es kann übrigens sehr spannend sein, gemeinsam als Paar und vielleicht mit dem Priester zusammen einen Bibeltext auszusuchen und sich damit auseinanderzusetzen. Die Bibel ist immer einmal wieder für Überraschungen gut!

  • Dürfen wir Ringe tauschen?

Ja. Der Ringtausch gehört freilich nicht wirklich zur reformierten Tradition; massgebend für die reformierte Trauung ist das Versprechen der Brautleute.

  • Muss man immer noch schwören, „bis dass der Tod euch scheidet!“?

Zur kirchlichen Trauung gehört kein Schwur, sondern ein Versprechen. Das Brautpaar bespricht und berät den Inhalt des Versprechens gemeinsam und diskutiert ihn mit der Pfarrerin.

Diese Formel ist im Trauritus nach wie vor vorgesehen. Allerdings handelt es sich nicht um einen Schwur, sondern um ein Versprechen, das durchaus sinnvoll ist, denn ein Paar geht bei der kirchlichen Trauung ja davon aus, dass es ein Leben lang zusammen bleiben wird.

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